Die kurze Antwort
Eine digitale Plattform für ein Schweizer KMU kostet zwischen CHF 25'000 und 80'000. Ein einfaches Portal mit einer Datenanbindung beginnt am unteren Ende. Eine Multi-Mandanten-Plattform mit mehreren APIs, CMS, Benutzerrollen und automatischer Datensynchronisierung am oberen.
Die Zahl allein sagt wenig. Entscheidend ist, was Sie dafür bekommen und wie lange es hält. Einen Überblick aller Website-Kosten finden Sie hier.

Was den Preis bestimmt
Anzahl Datenquellen. Jedes externe System (CRM, ERP, Branchensoftware), das angebunden wird, erhöht den Aufwand. Eine Anbindung mit REST-API ist günstiger als eine, die XML-Feeds parsen oder Datenbanken direkt lesen muss.
Mandantenfähigkeit. Betreiben Sie eine Website oder mehrere unter einem CMS? Mehrere Marken, Sprachen oder Geschäftsbereiche in einem System verdoppeln den Initialaufwand, sparen aber langfristig Betriebskosten.
Funktionsumfang der Oberfläche. Suche, Filter, Konfigurator, Leasing-Rechner, Kontaktformulare. Jede interaktive Funktion auf der Website ist Entwicklungsaufwand. Der grösste Kostentreiber ist selten die einzelne Funktion, sondern die Kombination: wenn zehn Funktionen reibungslos zusammenspielen müssen.
Inhaltstypen. Statische Seiten sind günstiger als dynamische Einträge (Inserate, Produkte, Projekte), die aus einem CMS oder externen System kommen und regelmässig aktualisiert werden.
Drei Beispiele aus der Praxis
BikersLife.ch (ca. CHF 45'000). Fünf Geschäftsbereiche in einer Plattform. Inventar-Sync aus AutoScout24 und motorradhandel.ch, Konfigurator mit Echtzeit-Preisberechnung, Leasing-Rechner, Mietflotte. Aufwand: 14 Wochen.
stimo Unternehmungen (ca. CHF 65'000). Drei Marken unter einem CMS. Firmenauftritt, Immobilienportal mit CasaSoft-Anbindung, Stiftungsauftritt. Dazu Messe-Kontakterfassung und ein internes Schulungsportal. Aufwand: 16 Wochen.
IMMOTRO (ca. CHF 35'000). Zweisprachiges Portfolio mit über 127 Projekten. CMS-gesteuert, Focal-Point-Bildsteuerung, mehrstufiges Anfrageformular. Aufwand: 10 Wochen.
Wo KMU Geld verbrennen
Die teuersten Fehler passieren nicht bei der Entwicklung, sondern davor. Ein Projekt ohne klare Anforderungen kostet 30 bis 50% mehr als eines mit sauberem Briefing. Nachträgliche Umfangsänderungen sind der grösste Einzelfaktor bei Budgetüberschreitungen.
Der zweite Kostentreiber: die falsche Technologiebasis. WordPress für ein Portal mit 500 dynamischen Einträgen und drei API-Anbindungen. Shopify für einen Konfigurator, der keinen Standard-Bezahlvorgang braucht. Die falsche Grundlage verursacht laufende Kosten, die das ursprüngliche Budget innerhalb von zwei Jahren übertreffen.
Wie Sie kalkulieren sollten
Rechnen Sie nicht nur die Entwicklungskosten. Rechnen Sie den Wert der eingesparten Zeit. Wenn Ihr Team heute 4.5 Stunden pro Woche mit manueller Datenübertragung verbringt, sind das 234 Stunden im Jahr. Bei einem Stundensatz von CHF 80 sind das CHF 18'720 pro Jahr, die eine Plattform einspart.
Eine Plattform für CHF 40'000, die CHF 18'000 pro Jahr einspart und zusätzlich die Anfragequalität verbessert, hat sich in unter drei Jahren amortisiert.



